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Zusammenfassung

Die Lüderitz GmbH & Co. KG will bedarfsgerecht Strom als Systemdienstleistungen für das vorgelagerte Verteilnetz anbieten. Dazu wurde es notwendig die vorhandene Anlage mit mehr installierter Leistung der Blokheizkraftwerke (BHKWs) zu überbauen. Die Bioenergie Lüderitz entschied sich für die maximale Überbauung auf 2,6 MW gemäß den gesetzlichen Vorgaben des EEG-Gesetzes.  


Flexibilisierung Biogasanlage

In Lüderitz wurde für die flexible Fahrweise der Biogasanlage Umbau, Erweiterung und Modernisierung der technischen Anlagen durchgeführt. Teilweise müssten dafür neue Bauwerke und technische Anlagen errichtet werden.  


Pufferspeicher / Warmwasserspeicher

Aufgrund der stromgeführten Fahrweise der BHKW wurde es notwendig die gleichmäßige Versorgung des Nahwärmenetzes Lüderitz über einen Pufferspeicher sicherzustellen. Dazu wurde ein 500 m³ großer Pufferspeicher am Standort installiert. Der Pufferspeicher ist gleichzeitig der hydraulische Nullpunkt der Wärmeerzeugungsanlagen und übernimmt die Druckhaltung des Nahwärmenetzes. Alle Maßnahmen ermöglichen, die Wärmeversorgung auch bei Stillstand der BHKWs sicherzustellen und bei Ausbau des Nahwärmenetzes auch Lastspitzen abzufangen.


Anpassung BHKWs auf flexiblen Betrieb

Für den flexiblen Betrieb wurde die Wärmeverteilung ausgebaut. Es erfolgte der Anschluss der BHKWs mit folgenden Parametern:

  • 600 kW elektrischer Leistung mit 605 kW thermischer Leistung
  • 2000 kW elektrische Leistung mit 1984 kW thermischer Leistung

Zusätzlich wurden folgende Anlagenkomponenten für den flexiblen Betrieb neu gebaut bzw. installiert:

  • Doppelmembran-Gasspeicher 5360 Kubikmeter Volumen, Zwischenspeicherung von zusätzlichem Biogas für die klimaneutrale Verbrennung im BHKW
  • Umbau Biogasreinigung, Ergänzung mit zweitem Biogasverdichter
  • Gärresttrocknungsanlage 400 kW mit Schneckenseparator, um weitere ungenutzte Abwärme vor Ort auf der Biogasanlage zu verwenden
  • Anpassung und Umbau der Trafo- und Netzübergabestation
  • Modernisierung und Erweiterung Elektro- und Automationstechnik
  • Erweiterung des SPS-Programmes und der Leittechnik des Leitstandes

Gleichzeitig erfolgte der Ausbau und die Modernisierung der elektrischen Steuerungssysteme, um eine optimale Steuerung der Energieerzeugung zu ermöglichen. Somit kann Wärme und/oder elektrischer Strom bedarfsgerecht produziert werden. Dies ist besonders bei Dunkelflauten der Fall.


Erweiterung weiterer Anlagenteile

Die Biogasanlage Lüderitz wird für den zukünftigen flexiblen Betrieb durch weitere technische Anlagenteile erweitert und teilweise neugebaut:

  • Doppelmembran-Gasspeicher 5360 Kubikmeter Volumen, Zwischenspeicherung von zusätzlichem Biogas für die klimaneutrale Verbrennung im BHKW
  • Umbau Biogasreinigung, Ergänzung mit zweitem Biogasverdichter
  • Gärresttrocknungsanlage 400 kW mit Schneckenseparator, um weitere ungenutzte Abwärme vor Ort auf der Biogasanlage klimaneutral zu verwerten
  • Anpassung und Umbau der Trafo- und Netzübergabestation
  • Modernisierung und Erweiterung Elektroanlagen
  • Erweiterung der Leittechnik des Leitstandes


Planungsleistungen

Im Rahmen des Gesamtprojektes wurde die Generalplanung durch die Bioenergie Lüderitz GmbH & Co. KG beauftragt. Dabei wurden die folgenden Leistungen erbracht:

  • Vorplanung und Entwurfsplanung
  • Genehmigungsverfahren nach BImschG
  • Ausführungsplanung
  • Erstellung Ausschreibungsunterlagen, Mitwirkung bei Vergabe
  • Bauleitung und Bauüberwachung
  • Werksplanung Schaltschränke und Schaltschrankbau
  • Programmierung der Steuerungsgeräte (SPS) mit visuellem Prozessleitstand

Das Investitionsvolumen des Flexibilisierungsprojektes beträgt ca. 2,2 Millionen Euro. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme erfolgten im Sommer 2022.


Partner / beteilige Ingenieurbüros


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